Rich Results

Rich Results sind erweiterte Suchergebnisse in Google, die durch zusätzliche optische Elemente wie Bilder, Bewertungssterne oder Preisangaben angereichert sind. Sie basieren auf strukturierten Daten im Quellcode einer Webseite und dienen dazu, die Aufmerksamkeit der Nutzer zu erhöhen.

 

Definition: Was sind Rich Results?

Rich Results sind erweiterte Suchergebnisse von Google, die mit nützlichen Informationen für Suchende ausgestattet sind. Durch die Bereitstellung von erweiterten Daten der Website, können diese Ergebnisse Bilder, Preise und Bewertungssterne darstellen und führen so zu einer deutlich höheren Klickrate (CTR) als der blaue Standard-Link.

Sie gehen damit weit über den klassischen "blauen Link" hinaus. Während ein normales Suchergebnis oft nur aus Text besteht, fungieren Rich Results als visuelle Highlights. Man kann sie sich wie das Schaufenster eines Ladens vorstellen: Statt nur ein Schild mit dem Namen "Bäckerei" (Standard-Ergebnis) zu sehen, siehst du im Schaufenster (Rich Result) direkt die frischen Brötchen, den Preis und ein Schild "Geöffnet".

In der SEO-Welt hörst du oft noch den Begriff „Rich Snippets“. Das war die ursprüngliche Bezeichnung für diese Erweiterungen. Google hat den Namen jedoch zu „Rich Results“ (Reiche Ergebnisse) geändert, da die heutigen Möglichkeiten viel umfangreicher sind als bloße Textschnipsel. Sie umfassen mittlerweile komplette Karussells, Job-Listen oder interaktive FAQ-Bereiche.

 

Wozu dienen Rich Results?

Der Hauptzweck ist die Verbesserung der Nutzererfahrung (User Experience). Google möchte Fragen so schnell und präzise wie möglich beantworten. Der Nutzer soll idealerweise schon auf der Suchergebnisseite erkennen, ob ein Treffer genau das liefert, was er sucht.

Für Webseitenbetreiber dienen sie als mächtiges Marketing-Instrument. In einer Liste von zehn oft sehr ähnlich klingenden Suchtreffern gewinnt meist der, der optisch hervorsticht. Rich Results lenken den Blick des Nutzers gezielt auf dein Angebot.

 

Welche Vorteile haben Rich Results?

Rich Results gehören zu den effektivsten Methoden, um mehr Besucher zu gewinnen, ohne das Ranking direkt zu verändern.

  • Höhere Klickrate (CTR):
    Das menschliche Auge reagiert auf Bilder und Farben. Ergebnisse mit Sternchen oder Fotos werden deutlich häufiger angeklickt als reine Textwüsten.

  • Dominanz in den SERPs:
    Ein Rich Result mit Zusatzzeilen (z.B. FAQ oder Sitelinks) nimmt vertikal mehr Platz ein. Du drängst die Konkurrenz damit optisch nach unten.

  • Qualifizierter Traffic:
    Nutzer sehen wichtige Infos (Preis, Lagerbestand) sofort. Wer dann klickt, hat meist ein konkretes Interesse, was die Absprungrate senken kann.

  • Vertrauen (Trust):
    Bewertungssterne (Review Snippets) wirken wie ein Gütesiegel und bauen Vertrauen auf, noch bevor der Besucher deine Seite betritt.

Fazit: Am Ende zahlen Rich Results direkt auf positive User Signals ein. Durch den psychologischen Trust-Faktor, wie etwa durch sichtbare Bewertungssterne bei einem Produkt, klicken Nutzer nicht nur häufiger, sie kommen auch mit einer höheren Kaufbereitschaft auf deine Seite. Du steigerst also nicht nur den Traffic, sondern im Idealfall auch deine Conversions.

 

Welche Nachteile können Rich Results haben?

Tatsächlich gibt es auch einige Nachteile bei der Arbeit mit Rich Results:

  • Zero-Click-Searches:
    Wenn Google die Antwort (z.B. eine Definition oder Öffnungszeiten) direkt anzeigt, ist das Bedürfnis des Nutzers oft schon gestillt. Er klickt nicht mehr auf deine Website.

  • Keine Garantie:
    Auch bei perfekter technischer Umsetzung entscheidet Google autonom, ob ein Rich Result angezeigt wird. Es gibt keinen Anspruch darauf.

  • Hoher Pflegeaufwand:
    Die Daten müssen stimmen. Falsche Preise oder abgelaufene Termine im Suchergebnis führen zu frustrierten Nutzern und können im schlimmsten Fall (wenn auch selten) zu Abstrafungen von Google führen.

 

Wie funktionieren Rich Results?

Damit Google aus einem normalen Link ein Rich Result machen kann, müssen deine Webseite und die Suchmaschine die gleiche Sprache sprechen. Diese Sprache nennt man Strukturierte Daten.

Du markierst bestimmte Inhalte in deinem Quellcode (Schema Markup). Du sagst Google quasi: „Dies hier ist nicht nur Text, das ist der Preis“ oder „Dies ist die Dauer des Videos“. Dafür nutzt man das standardisierte Vokabular von Schema.org. Der Google-Bot liest diese Markierungen beim Crawlen aus und wandelt sie in die grafischen Elemente um.

 

Wie kann ich Rich Results für meine Website aktivieren?

Für die Einbindung gibt es zwei Hauptwege:

  1. Technische Einbindung (JSON-LD): Das ist der Profi-Weg und von Google empfohlen. Ein Skript (JavaScript Object Notation for Linked Data) wird in den Kopfbereich (Head) der Seite eingefügt. Es liefert die Daten sauber strukturiert an Google, ohne das Design deiner Seite zu beeinflussen.

  2. Plugins (für CMS): Wenn du WordPress, Shopify oder ähnliche Systeme nutzt, brauchst du oft keinen Code schreiben. Tools wie Yoast SEO, RankMath oder Schema Pro erledigen das. Du füllst Masken aus (z.B. Zutaten beim Rezept), und das Plugin baut den Code im Hintergrund.

 

Rich Result Test

Fehler im Code können dazu führen, dass Google deine Mühe komplett ignoriert. Deshalb ist Testen Pflicht.

Nutze dafür das kostenlose Test für Rich-Suchergebnisse von Google. Du gibst deine URL ein oder kopierst den Code-Schnipsel hinein. Das Tool zeigt dir in Sekunden, ob der Code valide (gültig) ist und welche Art von Rich Result Google erkannt hat. Es warnt dich auch vor fehlenden Pflichtfeldern.

 

Wie sehen Rich Results aus?

Rich Results fallen besonders auf, weil sie das Standard-Layout sprengen. Dadurch gibt es in den SERPs massive Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Hier ein paar Beispiele, wie Rich Results dargestellt werden können:

Job-Container (Google for Jobs)

Screenshot: Job Posting Rich Result für "SEO Manager Jobs"

Statt eines normalen Links zeigt Google hier eine Box mit einer Liste offener Stellen.

Das Besondere: Der Nutzer sieht sofort das Firmenlogo, den Standort (z.B. Pforzheim oder Stuttgart) und die Anstellungsart (z.B. "Vollzeit"). Das spart Klicks und filtert unpassende Bewerber direkt aus.

Zudem steigert es die Reichweite der Stellenausschreibung enorm, auch für Unternehmen mit geringer Domain Authority. Daher ist es immer ratsam diese Informationen auf der eigenen Webseite bereitzustellen.

Video-Snippets

Screenshot: Video Tutorial Rich Result für "Domain konfigurieren"

Bei Anleitungen oder Tutorials blendet Google auffällige Video-Kacheln ein.

Das Besondere: Neben dem großen Vorschaubild (Thumbnail) wird die exakte Laufzeit angezeigt. Oft sind sogar „Key Moments“ (Sprungmarken) integriert, mit denen der Nutzer direkt zum relevanten Teil des Videos springen kann, ohne die Einleitung schauen zu müssen.

Rezept-Karussell

Screenshot: Rezept Rich Result für "Marmorkuchen Rezept"

Hier entscheidet das Auge ("Appetite Appeal"). Die Ergebnisse werden oft als wischbares Karussell ganz oben angezeigt.

Das Besondere: Das Foto des Gerichts steht im Fokus. Entscheidend für den Klick sind zudem die Bewertungssterne (z.B. 5,0 von 462 Stimmen) und die Zubereitungszeit (z.B. "45 Min."), die direkt unter dem Titel stehen.

Produkt-Snippet

Screenshot: Produkt Rich Result für "Smartphone kaufen" im E-Commerce

Im E-Commerce verwandelt dieses Rich Result den Link in ein digitales Preisschild.

Das Besondere: Der Nutzer sieht wichtige Kaufkriterien sofort: Den Preis (oder eine Preisspanne), die Verfügbarkeit und vor allem die Sterne-Bewertung (hier: 4,5 Sterne bei über 180.000 Bewertungen). Das schafft massives Vertrauen vor dem ersten Klick.

 

Welche Rich Result Arten gibt es?

Die Auswahl von Rich Snippets ist wirklich groß. Hier sind die für SEO und Marketing relevantesten Typen:

  • Breadcrumbs: Zeigt den Pfad der Seite in der Website-Struktur.

  • Produkt: Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen.

  • Rezept: Bild, Zutaten, Zeit, Bewertung.

  • FAQ: Häufige Fragen und Antworten (Accordion-Stil).

  • Video: Vorschaubild, Dauer, Uploader.

  • Local Business: Adresse, Öffnungszeiten, Telefon, Routenplaner.

  • Job Posting: Gehalt, Typ (Vollzeit/Teilzeit), Standort.

  • Review Snippet: Auszug aus Bewertungen mit Autor und Rating.

 

FAQ: Die häufigsten Fragen zu Rich Results

  • In der Praxis meinen SEOs oft dasselbe. "Rich Snippets" ist der ältere Begriff. Er bezog sich meist auf kleine Zusätze wie Sterne oder Preisangaben. Google hat den Begriff offiziell zu "Rich Results" geändert. Dieser neue Begriff ist umfassender und schließt auch große Formate wie Job-Listen, Karussells oder interaktive Elemente ein.

  • Nein, strukturierte Daten sind kein direkter Ranking-Faktor. Deine Seite steigt nicht automatisch auf Platz 1, nur weil du sie nutzt. Aber: Da Rich Results oft häufiger angeklickt werden (bessere CTR), sendet das positive Signale an Google. Das kann dein Ranking langfristig indirekt verbessern.

  • Der beste Weg ist JSON-LD. Das ist ein Code-Format, das du in den Bereich deiner Seite einfügst. Nutzt du WordPress? Dann ist es noch leichter: Installiere ein SEO-Plugin wie RankMath oder Schema Pro. Wähle deinen Seitentyp (z.B. "Artikel" oder "Produkt"), fülle die Felder aus und das Plugin generiert den Code automatisch.

  • Nein. Die Anzeige ist ein kostenloses Feature der organischen Google-Suche. Du musst kein Geld an Google zahlen (im Gegensatz zu Google Ads), damit Sterne oder Bilder erscheinen. Kosten entstehen höchstens für die Einrichtung durch einen Entwickler oder für spezielle Premium-Plugins.

  • Das passiert häufig. Gründe können Fehler im Code sein (prüfe das mit dem Rich Results Test Tool) oder die Seite ist noch nicht neu gecrawlt worden. Wichtig zu wissen: Google garantiert die Anzeige nie. Wenn der Algorithmus entscheidet, dass das Rich Result für den Nutzer gerade keinen Mehrwert bietet oder die Qualität der Seite zu niedrig ist, wird es ausgeblendet.

Luca Janoschka

Luca Janoschka ist ein leidenschaftlicher Online-Marketing- und SEO-Spezialist. Durch verschiedene private Projekte, die eigene Selbstständigkeit und die Praxiserfahrung bei SaaS- und E-Commerce-Unternehmen, konnte er sich in den verschiedensten Marketingdisziplinen weiterentwickeln. In unserem Blog schreibt er über seine direkten Erfahrungen und gibt Einblicke in die Best Practices rund um Content, Branding, SEM und Neuromarketing.

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