E-Commerce SEO vs SaaS SEO
Die wichtigsten Unterschiede bei der Optimierung:
SEO fühlt sich oft an wie ein Handwerk: Wenn man es einmal gelernt hat, glaubt man, es überall anwenden zu können. Keywords recherchieren, Inhalte optimieren, interne Verlinkung aufbauen. Doch genau da, machen Unternehmen gravierende Denkfehler. Ich zeige dir heute die größten Unterschiede von E-Commerce SEO vs. SaaS SEO und wie du sie meistern kannst.
Inhalt:
Definition: E-Commerce SEO und SaaS SEO
E-Commerce SEO beschreibt alle SEO-Maßnahmen, die darauf abzielen, Produkte und Kategorien in Suchmaschinen sichtbar zu machen und direkt Verkäufe auszulösen. Im Fokus stehen kaufnahe Suchanfragen, Produktdetails, Verfügbarkeit und eine saubere technische Struktur.
Software as a Service SEO (SaaS) konzentriert sich darauf, potenzielle Nutzer entlang eines längeren Entscheidungsprozesses abzuholen. Statt einzelner Produkte geht es um Lösungen, Features, Anwendungsfälle und Vertrauen. Das geschieht in der Praxis häufig über Content, der Probleme erklärt, vergleicht und einordnet.
Kurz gesagt:
E-Commerce SEO will verkaufen, SaaS SEO will überzeugen und verkauft später.
SEO Basics für jedes Unternehmen
Egal ob Onlineshop oder SaaS-Website: Einige SEO-Grundlagen bleiben tatsächlich immer gleich. Auf diese SEO-Basics dürfen Unternehmen jedenfalls auf keinen Fall verzichten:
Technische Sauberkeit und Performance:
Suchmaschinen müssen Seiten problemlos crawlen und indexieren können. Dazu gehören saubere Statuscodes, eine sinnvolle interne Verlinkung, schnelle Ladezeiten und eine mobile Optimierung. Wenn Seiten technisch schwer erreichbar sind oder langsam laden, leidet die Sichtbarkeit unabhängig von der Branche.Klare Seitenstruktur und Informationsarchitektur:
Eine Website sollte logisch aufgebaut sein, sodass Nutzer und Suchmaschinen schnell verstehen, wie Inhalte zusammenhängen. Wichtige Seiten müssen mit wenigen Klicks erreichbar sein und klar priorisiert werden. Eine gute Struktur erleichtert nicht nur das Crawling, sondern verbessert auch die Nutzererfahrung.
Eindeutige Keyword- und Intent-Zuordnung pro Seite:
Jede Seite sollte auf ein klares Hauptthema und eine definierte Suchintention ausgerichtet sein. Mehrere konkurrierende Keywords oder unklare Ziele führen oft dazu, dass keine Seite wirklich gut rankt.
„Fokus schlägt Menge, gerade in Zeiten der KI-Optimierung!“Saubere Onpage-Optimierung:
Title, Meta Description, Überschriften und interne Links müssen verständlich formuliert sein und den Inhalt der Seite korrekt widerspiegeln. Sie helfen Suchmaschinen bei der Einordnung und beeinflussen gleichzeitig die Klickrate in den Suchergebnissen.
Inhalte mit echtem Mehrwert:
SEO funktioniert langfristig nur mit Inhalten, die Nutzerfragen tatsächlich beantworten. Ob Produktseite, Feature-Seite oder Blogartikel: Inhalte sollten relevant, verständlich und vollständig sein. Nicht nur für Suchmaschinen, sondern vor allem für Menschen!
Diese Basics ändern sich nicht je nach Branche. Was sich ändert, ist der Fokus: Welche Seiten werden priorisiert, welche Suchintentionen dominieren und wie stark werden einzelne Maßnahmen gewichtet? Genau darin liegt der Unterschied zwischen E-Commerce SEO und SaaS SEO.
Die Unterschiede in der Suchintention
In der Suchintention trennen sich E-Commerce SEO und SaaS SEO am deutlichsten. Während im E-Commerce direkte Do-Intents wie bspw. “Nike Air Force kaufen” dominieren, suchen User im SaaS SEO vor allem mit Know- und Solution-Intents wie bspw. „Mitarbeiter Arbeitszeit erfassen“.
Im E-Commerce wissen Besucher oft schon, was sie wollen, und suchen nach:
konkreten Produkten
Varianten, Preisen oder Marken
schnellen Kaufmöglichkeiten
Bei SaaS-Unternehmen suchen Besucher überwiegend nach:
Lösungen für ein Problem
Vergleichen und Bewertungen
Orientierung, nicht nach sofortigem Abschluss
Websiteaufbau: E-Commerce vs. SaaS
Der Aufbau einer Website ist im SEO kein Zufall, sondern immer das direkte Abbild des Geschäftsmodells. Er entscheidet darüber, welche Seiten sichtbar werden, wie Suchmaschinen Inhalte einordnen und wie Nutzer durch die Website geführt werden. Während sich E-Commerce Websites stark an Produkten und deren Auffindbarkeit orientieren, ist der Aufbau von SaaS Websites darauf ausgelegt, Vertrauen aufzubauen, Zusammenhänge zu erklären und Nutzer Schritt für Schritt zur Entscheidung zu führen.
Diese unterschiedlichen Ziele spiegeln sich klar in der Seitenstruktur wider und haben direkte Auswirkungen auf SEO-Strategie, interne Verlinkung und Content-Priorisierung:
Typischer Websiteaufbau im E-Commerce SEO:
Kategorie-Seiten als zentrales Element
Kategorie-Seiten bündeln Produkte zu einem übergeordneten Thema und sind häufig die wichtigsten SEO-Seiten im Shop. Sie decken generische, kaufnahe Suchanfragen ab und fungieren als Einstiegspunkt für viele Nutzer.
Produktseiten mit klarem Fokus auf Kaufentscheidungen
Produktseiten müssen Suchintention, Information und Conversion miteinander verbinden. Neben SEO-relevanten Inhalten stehen hier Verfügbarkeit, Preis, Varianten und Vertrauen im Vordergrund.
Filter-, Facetten- und Variantenstrukturen
Sie verbessern die Nutzerführung, erhöhen aber gleichzeitig die technische Komplexität. Für SEO müssen diese Strukturen gezielt gesteuert werden, um Duplicate Content und Crawl-Probleme zu vermeiden.
Unterstützende Seiten wie Versand, Rückgabe und FAQs
Diese Seiten ranken selten für große Keywords, spielen aber eine wichtige Rolle bei Vertrauen, Nutzererfahrung und Conversion-Optimierung.
Typischer Websiteaufbau bei SaaS SEO:
Feature- und Lösungsseiten als Kern der Website
Diese Seiten erklären, was das Produkt kann und welches Problem es löst. Sie sind häufig auf spezifische Suchanfragen ausgerichtet und übernehmen eine ähnliche Rolle wie Produktseiten im E-Commerce, allerdings mit stärkerem Fokus auf Erklärung statt Abschluss.
Use-Case- und Branchen-Seiten
Sie helfen Nutzern, sich selbst im Produkt wiederzufinden. Für SEO sind sie besonders wertvoll, da sie sehr zielgerichtete Suchintentionen abdecken.
Pricing-Seiten als Entscheidungspunkt
Pricing-Seiten sind oft stark frequentiert, werden aber erst spät im Funnel besucht. SEO-seitig sind sie trotzdem relevant, da sie Kaufbereitschaft signalisieren und Conversions vorbereiten.
Blog- und Wissensbereiche
Sie unterstützen vor allem die frühe Phase der Customer Journey. Hier geht es weniger um direkte Abschlüsse, sondern um Sichtbarkeit, Vertrauen und thematische Autorität.
Die wichtigsten SEO-Seiten für E-Commerce und SaaS
| E-Commerce SEO | SaaS SEO |
|---|---|
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Kategorie-Seiten Häufig die wichtigsten SEO-Seiten im Shop. Sie ranken für generische, kaufnahe Suchanfragen und bündeln viele Produkte unter einem Thema. |
Feature- & Lösungsseiten Erklären, was das Produkt kann und welches Problem es löst. Sie sind oft der Einstiegspunkt für potenzielle Nutzer. |
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Produktseiten Zielen auf konkrete Kaufintentionen ab. Hier entscheiden Inhalte, Struktur und Vertrauen direkt über Conversion oder Absprung. |
Use-Case- & Branchen-Seiten Zeigen, wie das Produkt in einem bestimmten Kontext eingesetzt wird und helfen Nutzern, sich selbst wiederzufinden. |
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Marken- & Herstellerseiten Wichtig für markennahe Suchanfragen und wiederkehrende Käufer, besonders bei bekannten Brands. |
Vergleichsseiten Decken Keywords wie „Tool A vs Tool B“ ab und spielen eine große Rolle in der Entscheidungsphase. |
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Ratgeber- & Kaufberatungsseiten Unterstützen den Kaufprozess, beantworten Fragen und reduzieren Unsicherheiten vor dem Abschluss. |
Pricing-Seiten Signalisiert Kaufbereitschaft. Wird oft spät im Funnel besucht, ist aber ein zentraler Conversion-Hebel. |
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FAQ- & Service-Seiten Tragen weniger direkt zu Rankings bei, stärken aber Vertrauen und verbessern die Nutzererfahrung. |
Blog- & Wissensbereich Zielt auf frühe Suchintentionen ab und baut thematische Autorität sowie langfristige Sichtbarkeit auf. |
Der SEO-Funnel im E-Commerce
Der Funnel im E-Commerce ist in der Regel kurz, klar und transaktionsgetrieben. Nutzer kommen mit einer konkreten Kaufabsicht in die Suche oder entwickeln sie sehr schnell. SEO muss deshalb früh überzeugen und möglichst wenige Reibungspunkte lassen.
👉 SEO-Rolle im E-Commerce:
SEO bringt kaufbereite Nutzer auf die richtigen Seiten. Der Funnel lebt von Do-Intents, nicht von langen Erklärungen.
Suche nach Produkt / Kategorie:
Der Nutzer weiß oft schon, zumindest grob, was er möchte. Suchanfragen sind häufig produkt- oder kategorienah, z. B. nach Produkttypen, Marken oder Varianten.Kategorie- oder Produktseite:
Über Google landet der Nutzer meist direkt auf einer Kategorie- oder Produktseite. Diese Seiten sind der wichtigste SEO-Touchpoint im gesamten Funnel.Vergleich & Vertrauen:
Innerhalb der Website vergleicht der Nutzer Preise, Varianten, Bewertungen oder Lieferbedingungen. Ratgeber- oder FAQ-Inhalte unterstützen diese Phase, stehen aber selten im Mittelpunkt.Conversion:
Die Entscheidung fällt schnell. Vertrauen, Klarheit und Verfügbarkeit sind entscheidend. SEO beeinflusst hier vor allem den Einstieg, nicht den gesamten Prozess.
Der SEO-Funnel bei SaaS
Der SaaS-Funnel ist deutlich länger, komplexer und informationsgetrieben als der E-Commerce-Funnel. Nutzer kommen selten mit einer festen Lösung, sondern mit einem Problem oder einer Aufgabe.
👉 SEO-Rolle bei SaaS:
SEO bildet den gesamten Funnel ab. Nicht jede Seite verkauft, aber jede Seite bereitet die Entscheidung vor.
Problemerkennung:
Der Nutzer erkennt ein Problem oder einen Optimierungsbedarf. Suchanfragen sind allgemein und informationsgetrieben, z. B. nach Ursachen, Best Practices oder Grundlagen.Lösungsrecherche:
In dieser Phase dominiert SEO-Content: Blogartikel, Guides, Erklär-Seiten. Ziel ist nicht Conversion, sondern Orientierung, Vertrauen und das Schaffen von erster Experten-Autorität.Tool-Vergleich:
Der Nutzer kennt mögliche Ansätze oder Tools und beginnt, Anbieter zu vergleichen. Vergleichsseiten, Use-Case-Seiten und Feature-Seiten werden besonders relevant.Trial / Demo:
Die eigentliche Conversion ist oft kein Kauf, sondern ein Zwischenschritt wie bspw. eine Testphase oder Demo der Software. SEO hat hier indirekt über viele Touchpoints gearbeitet.Conversion:
Der Test oder die Demo sind erfolgreich verlaufen und der Nutzer entscheidet sich für eine längerfristige Abo-Variante.
Unterschiede in der Content-Strategie
Die Content-Strategie im SEO folgt immer dem Funnel. Genau hier unterscheiden sich E-Commerce und SaaS grundlegend. Während im E-Commerce Inhalte vor allem dabei helfen, Kaufentscheidungen abzusichern, begleitet Content im SaaS den Nutzer über mehrere Phasen hinweg und übernimmt eine deutlich stärkere Rolle im gesamten Entscheidungsprozess.
Im E-Commerce entfaltet Content seine größte Wirkung vor allem nah an der Conversion. Kategorie- und Produktseiten stehen im Mittelpunkt und müssen Suchintention, Information und Kaufbereitschaft gleichzeitig bedienen. Ergänzende Inhalte wie Kaufberater, Produktvergleiche oder FAQs performen SEO-seitig besonders gut, wenn sie direkt an diese Seiten angebunden sind. Sie beantworten typische Fragen, reduzieren Unsicherheiten und unterstützen die finale Entscheidung, ohne den Nutzer vom Kauf wegzuführen. Content im oberen Funnel, etwa rein informative Blogartikel, spielt im E-Commerce zwar eine Rolle, ist aber selten der stärkste Umsatztreiber.
Im SaaS SEO verschiebt sich der Fokus deutlich nach vorne im Funnel. Content performt hier besonders gut in der Informations- und Recherchephase, wenn Nutzer noch nach Orientierung suchen. Blogartikel, Guides und erklärende Inhalte ranken für problembezogene Suchanfragen und sorgen für frühe Sichtbarkeit. In der nächsten Funnel-Stufe übernehmen Feature-, Use-Case- und Vergleichsseiten eine zentrale Rolle. Sie verbinden Content mit Produktbezug und helfen Nutzern, Lösungen einzuordnen und Anbieter zu vergleichen. Erst spät im Funnel, etwa auf Pricing-Seiten oder Demo-Landingpages, tritt der Content stärker in den Hintergrund und macht Platz für klare Botschaften und Conversion-Elemente.
Was wird getracked? Die wichtigsten KPI-Unterschiede
Abgesehen von den gängigen SEO KPI’s wie Traffic, SERP-Klicks, Sichtbarkeit und Rankings werden in den verschiedenen Branchen auch unterschiedliche Kennzahlen zur Erfolgsmessung herangezogen. Während im E-Commerce vor allem direkte KPIs wie organischer Umsatz gemessen werden, sieht es im SaaS aufgrund des komplizierteren Funnels etwas schwieriger aus. Im E-Commerce SEO zählen organischer Umsatz, Conversion-Rate, durchschnittlicher Bestellwert und Traffic auf Kategorie- und Produktseiten zu den wichtigsten KPI’s. Im SaaS SEO stehen dabei tatsächlich oft andere KPIs und Soft-Conversions wie Demo-Anfragen, Trials und Leads im Fokus.
Wichtig hierbei:
„Hoher Traffic ist im SaaS kein Erfolg an sich. Relevanter Traffic dagegen schon.“
Fazit und Learnings:
E-Commerce SEO und SaaS SEO nutzen die gleichen Grundlagen, folgen aber komplett unterschiedlichen Logiken. Wer aus dem SaaS kommt und in den E-Commerce wechselt (oder umgekehrt), muss besonders bei Suchintention, Content und Erfolgsmessung ein wenig umdenken.
SEO funktioniert nicht nach Schema F. Es funktioniert dann gut, wenn es zum Geschäftsmodell passt. Alles andere sind nur Rankings ohne Wirkung.
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E-Commerce SEO optimiert Produkt- und Kategorieseiten für kaufnahe Suchanfragen, während SaaS SEO Nutzer über längere Entscheidungsprozesse hinweg informiert und zu Leads, Trials oder Demos führt.
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Im E-Commerce dominiert die Do- bzw. Kaufintention. Nutzer suchen gezielt nach Produkten, Kategorien oder Marken und wollen möglichst schnell eine Kaufentscheidung treffen.
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SaaS SEO ist stark von Know- und Solution-Intents geprägt. Nutzer suchen nach Informationen, Lösungen, Vergleichen und Bewertungen, bevor sie sich für ein Tool entscheiden.
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Beide Disziplinen haben unterschiedliche Herausforderungen. E-Commerce SEO ist technisch oft komplexer, während SaaS SEO mehr strategische Content- und Funnel-Arbeit erfordert.
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Ja, aber gezielt. Blog- und Ratgeber-Content funktioniert im E-Commerce am besten, wenn er kaufnahe Fragen beantwortet und direkt mit Kategorien oder Produkten verknüpft ist.
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Nein. Die SEO-Basics sind gleich, aber Suchintentionen, Content-Strategie, Seitenprioritäten und KPIs unterscheiden sich stark je nach Geschäftsmodell.
Über den Autor:
Luca Janoschka ist ein leidenschaftlicher Online-Marketing- und SEO-Spezialist. Durch die eigene Selbstständigkeit, die Praxiserfahrung bei SaaS- und E-Commerce-Unternehmen und verschiedenen privaten Projekten konnte er sich in den verschiedensten Marketingdisziplinen weiterentwickeln. In unserem Blog schreibt er über seine direkten Erfahrungen und gibt Einblicke in die Best Practices rund um Content, Branding, SEM und Neuromarketing.